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Moldau — Experte
Wissensbasis (Berater für die Republik Moldau): kennt die Innensicht des pro-europäischen Sandu/PAS-Projekts, berichtet aber neutral — kein Sprachrohr. Wichtig: Die pro-russische Opposition (Dodon, Schor-Netz, Gagausien) ist Gegenpartei mit eigener Agenda, zugleich ist die Regierung Partei in eigener Sache (jede Wahl wird als „Russland gegen Europa” gerahmt) — beide Pole gegenlesen. Koppelt an
Experte_Rumänien.md(Schutzpatron/Energie-Lebensader/Unions-Option),Experte_Ukraine.md(Schicksalsgemeinschaft, Cobasna an der Grenze),Experte_Russland.md(Transnistrien, hybride Einmischung) und die EU (Lagebericht_2026-06-25_Europa.md).
1. Selbstbild / Innensicht
„Ein kleines Land, das überleben will — und nur in Europa überleben kann.” Das offizielle Selbstbild Moldaus unter Sandu ist nicht das einer Großmacht, sondern einer bedrohten, armen, halb entvölkerten Republik, die sich entschieden hat, dem russischen Orbit zu entkommen und sich an die EU zu klammern. Die EU-Mitgliedschaft ist hier keine technokratische Frage, sondern existenziell — als Sicherheitsgarantie, als Anker gegen Zerfall, als Versprechen, dass das Land überhaupt eine Zukunft hat. Anker:
- Identität als Streitfrage, nicht als Gegebenheit. Moldau ist das Land, dessen Nation selbst umkämpft ist: Sind die Mehrheits-Moldauer eigentlich Rumänen (gleiche Sprache, gleiche Geschichte bis 1812/1940) — oder eine eigene „moldauische” Nation, wie es die sowjetische Doktrin behauptete? Diese Frage ist die tiefste innere Bruchlinie. 2023 strich Moldau den Begriff „moldauische Sprache” aus den Gesetzen und nannte sie offiziell Rumänisch — ein symbolischer Akt von Substanz, kein Beiwerk.
- Identitäre Cleavage — der tiefste Bruch: rumänisch-europäisch orientiert (Stadt, Jugend, Westen, Diaspora) vs. sowjetisch-russophon/„moldauisch” orientiert (ältere Landbevölkerung, Norden, ethnische Minderheiten). Quer dazu liegen zwei ethnisch-territoriale Sonderfälle: das slawisch geprägte, abtrünnige Transnistrien (links des Dnister) und die turksprachig-orthodoxen Gagausen (Süden) — beide traditionell moskaufreundlich. Wer die EU-Wende vorantreibt, riskiert, diese Pole zu verlieren; wer sie schont, bremst die Wende.
- Prägendes Trauma — Armut + Auswanderung als Dauerblutung. Moldau gilt als ärmstes Land Europas (auch wenn das BIP/Kopf inzwischen über dem der Ukraine liegt). Die alles überlagernde Erfahrung ist der Bevölkerungsschwund: seit 1991 hat das Land grob 40 % seiner Menschen verloren (von ~4,36 Mio. auf ~2,4 Mio., ohne Transnistrien). Die Diaspora (>1 Mio., größer als die heimische Erwerbsbevölkerung) ist Geldquelle und Identitätsfrage und — entscheidend — pro-europäische Wählerreserve.
- Verdeckter innerer Treiber — der Schlüssel: EU-Beitritt als Überlebens- und Sicherheitsfrage. Hinter fast jeder Bewegung der Regierung steht eine Logik: Solange wir nicht drin sind, sind wir Freiwild für Moskaus hybride Destabilisierung. Der Beitritt ist gedacht als Schutzschild — gegen Stimmenkauf, Energie-Erpressung, Desinformation, Transnistrien-Karte. Die Regierung weiß, dass ihr Projekt auf Messers Schneide steht (Referendum 2024 nur 50,4 %), und handelt entsprechend getrieben: „race against time” (Sandu, EU-Gipfel 6/2026).
- Symbolische Macht: das EU-Sternenbanner neben der Trikolore bei jedem Auftritt; die Verankerung des EU-Kurses in der Verfassung (Referendum 2024); die Sprache-als-Rumänisch-Entscheidung. In einem kleinen, armen Land sind diese Symbole das eigentliche Schlachtfeld der Identität.
- Wunder Punkt — die hauchdünne Mehrheit: Anders als ein autoritäres Regime kann sich Sandus Projekt nicht auf Repression stützen — es lebt von Wahlen, die es knapp gewinnt, und nur dank der Diaspora und nur trotz massiver russischer Einmischung. Diese Fragilität ist der Dauerstress des Selbstbilds.
2. Faktenlage (belegt / berichtet)
- Regierung pro-EU, demokratisch bestätigt (belegt): Maia Sandu (Präsidentin, Gründerin der PAS — Partei für Aktion und Solidarität) wurde am 3.11.2024 in der Stichwahl wiedergewählt (gegen den pro-russischen Alexandr Stoianoglo; 1. Runde 42,3 % vs. 26,1 %). Bei der Parlamentswahl am 28.9.2025 holte PAS 50,2 % / 55 Sitze = absolute Mehrheit; der pro-russische Patriotische Block (Igor Dodon) kam auf 24,2 %, dahinter „Alternative” (8,0 %), „Unsere Partei” (6,2 %) und die unionistische „Demokratie zu Hause” (5,6 %). Diaspora entscheidend: ~17 % aller Stimmen kamen aus dem Ausland, 78,5 % davon für PAS. (Wikipedia/OSW/RFE-RL/Euronews/Atlantic Council 9/2025.)
- Regierungswechsel ohne Kurswechsel (belegt): Premier Dorin Recean lehnte 10/2025 eine weitere Amtszeit ab; neuer Premier ist seit 1.11.2025 Alexandru Munteanu (61, früher Weltbank, Mitgründer der AmCham Moldau, parteilos/PAS-gestützt). Parlamentspräsident: Igor Grosu (PAS). Der pro-EU-Kurs bleibt unverändert. (gov.md/Mezha/europeanconservative 10–11/2025.)
- EU-Beitritt — der historische Schritt 2026 (belegt, Stufe 2): Am 15.6.2026 wurde das erste Verhandlungs-Cluster („Fundamentals”: Rechtsstaat, Justiz, Anti-Korruption, Grundrechte) offiziell eröffnet — von Ratspräsident Costa als „historischer Meilenstein” bezeichnet. Eine informelle Öffnung aller Kapitel lief seit 17.3.2026, um Ungarns Veto zu umgehen. Beim EU-Moldau-Gipfel in Brüssel am 22.6.2026 verlangte Sandu, die fünf restlichen Cluster „sofort und ohne Verzögerung” zu öffnen. (Euronews/Cotidianul/Moldpres 6/2026.) →
Lagebericht_2026-06-25_Europa.md. - Entkopplung von der Ukraine (belegt, neu): Die EU bereitet vor, Moldaus Beitritt vom ukrainischen abzukoppeln — von der Leyen: „Sobald das erste Cluster offen ist, ist jedes Kandidatenland für sich selbst verantwortlich.” Ungarns Premier Péter Magyar (Nachfolger Orbáns, korpus-gesetzt; →
Lagebericht_2026-06-25_Europa.md) blockiert die „alle Cluster so bald wie möglich”-Formel für die Ukraine, nicht aber für Moldau. Moldau gilt damit als möglicher Überholer der Ukraine im Beitrittsrennen. (Euronews 22.6.2026.) →Experte_Ukraine.md.- EU-institutionelle Bestätigung (belegt, Stufe 2, neu 6/2026): Aus Sicht der EU-Institutionen ist die Sequenz hart bestätigt: Der Rat eröffnete das erste Cluster „Fundamentals” für Moldau am 15.6.2026 auf der zweiten Beitrittskonferenz (Cluster 1 deckt funktionierende demokratische Institutionen, Verwaltungs- und Justizreform sowie die wirtschaftlichen Kriterien ab; Kapitel 23/24/5/18/32). Die Entkopplung von der Ukraine wird in Brüssel als Folge davon vorbereitet — Moldau (kleiner, nicht im Krieg) könnte technisch vorausziehen. (Rat der EU/Consilium, Pressemitteilung 15.6.2026; Euronews 22.6.2026.) →
Experte_EU.md,Experte_Tschechien.md.
- EU-institutionelle Bestätigung (belegt, Stufe 2, neu 6/2026): Aus Sicht der EU-Institutionen ist die Sequenz hart bestätigt: Der Rat eröffnete das erste Cluster „Fundamentals” für Moldau am 15.6.2026 auf der zweiten Beitrittskonferenz (Cluster 1 deckt funktionierende demokratische Institutionen, Verwaltungs- und Justizreform sowie die wirtschaftlichen Kriterien ab; Kapitel 23/24/5/18/32). Die Entkopplung von der Ukraine wird in Brüssel als Folge davon vorbereitet — Moldau (kleiner, nicht im Krieg) könnte technisch vorausziehen. (Rat der EU/Consilium, Pressemitteilung 15.6.2026; Euronews 22.6.2026.) →
- Russische hybride Einmischung — der Dauer-Befund (belegt/berichtet): Bei Referendum + Wahl 2024 dokumentierten Behörden ~150.000 bezahlte Stimmen (Ziel laut Sandu: 300.000); das EU-Referendum gewann nur knapp 50,4 % Ja und galt als durch Stimmenkauf verzerrt. Zur Wahl 2025 soll Russland bis zu 300 Mio. € für Einflussoperationen aufgewendet haben (berichtet, mehrere Quellen; Größenordnung schwer hart zu verifizieren). Drahtzieher laut Chișinău: der nach Russland geflohene Oligarch Ilan Schor (in Moldau wegen Betrugs verurteilt, Schor-Partei verboten), der öffentlich 3.000 $/Monat für Protest-Teilnehmer anbot. (Euronews/CNN/IFES/Balkan Insight 2024–2025.) →
Experte_Russland.md. - Gagausien-Verurteilung (belegt): Die gagausische Gouverneurin (Bașkan) Evghenia Guțul wurde am 5.8.2025 zu 7 Jahren Haft verurteilt — wegen Einschleusung nicht deklarierter russischer Gelder an die Schor-Partei 2019–2022; Rückzahlung von 40 Mio. Lei (~2 Mio. €) angeordnet. Festnahme 3/2025 am Flughafen Chișinău auf dem Weg nach Istanbul. Moskau verurteilte das Urteil als politisch. (CNN/Moscow Times/Balkan Insight 8/2025.) → Türkei-Hinweis (Gagausen-Turkverbindung).
- Transnistrien — eingefrorener Konflikt + russische Truppen (belegt): Das abtrünnige Transnistrien (links des Dnister, ~360.000 Einw., de jure Teil Moldaus, de facto seit 1992 abgespalten) beherbergt ~1.600 russische Soldaten (~1.000 „Operative Gruppe der russischen Streitkräfte” OGRF + sog. Friedenstruppen) und das Munitionslager Cobasna mit bis zu 20.000 t Sowjet-Altbeständen — ~2 km von der ukrainischen Grenze, ~200 km von NATO-Land Rumänien. 4/2026: Russlands Botschafter Ozerov erklärte, ein Truppenabzug erfordere „Konsultationen mit Moskau” (= De-facto-Absage). (Wikipedia/Balkan Insight/TASS/Pravda Moldova 2025–2026.) →
Experte_Ukraine.md,Experte_Russland.md. - Energie-Schock + Loslösung von Gazprom (belegt): Zum 1.1.2025 stoppte Gazprom die Gaslieferung — Transnistrien (das das Gas für sein Kraftwerk Cuciurgan und für Strom-Export an Moldau nutzte) stürzte in eine Energiekrise (Heizungsausfall mitten im Winter), abgewendet nur, weil Chișinău Moldovagaz die Notversorgung der Enklave erlaubte. Moldau selbst hat sich vollständig von russischem Gas gelöst und bezieht ~70 % seines Stroms aus Rumänien; die Heizsaison 2025/26 war zu ~96 % gesichert (Energocom ~700 Mio. m³). US-Förderung von 130 Mio. $ (9/2025) für eine neue Hochspannungs-Leitung Moldau–Rumänien; Gasmarkt-Öffnung 2/2026 als EU-Integrationsschritt. (Wilson Center/Balkan Insight/energie.gov.md/Energy Community 2025–2026.) →
Experte_Rumänien.md. - Wirtschaft — arm, von Überweisungen getragen, energieabhängig (WB-hart + berichtet): BIP/Kopf 7.576 $ (2024)
WB:WB_WDI_NY_GDP_PCAP_CD(Verlauf hart: 2019 4.405 → 2020 4.376 → 2021 5.275 → 2022 5.744 → 2023 6.800 → 2024 7.576 — nominal verdreifacht seit 2019, real aber von Energieschocks geprägt). Wachstum 2026: Weltbank 2,7 % (2027: 3,8 %), UN 2,5 %, IWF 2,3 %, Nationalbank ~2 %. Inflation: UN-Prognose 4,6 %, jüngere Schätzungen aber bis 8,1 % (Energie-/Ölpreis-Druck). Überweisungen der Migranten ~12–16 % des BIP — eine der höchsten Quoten Europas und zugleich eine strukturelle Schwäche (Abhängigkeit vom Ausland statt eigener Produktion). (World Bank Economic Update 11/2025; UN; NBM; IMF DataMapper.) - Demografie als Macht-Achse — der eigentliche Langfrist-Befund (WB-hart): Bevölkerung (ohne Transnistrien) 2,664 Mio. (2019) → 2,402 Mio. (2024)
WB:WB_WDI_SP_POP_TOTL— −262.000 in fünf Jahren trotz Zuzug ukrainischer Flüchtlinge. Seit 1991 grob −40 %. Das ist die tiefste Bedrohung des Staates: eine schrumpfende, alternde, abwandernde Basis, die jede Wirtschafts- und Sicherheitsperspektive untergräbt — und die Diaspora-Stimmen umso wichtiger macht. (OSW „A disappearing country” 1/2025.) - Militär — winzig, neutral, langsam steigend (WB-hart): Militärausgaben 0,39 % BIP (2020) → 0,36 % (2022) → 0,57 % (2023) → 0,60 % (2024)
WB:WB_WDI_MS_MIL_XPND_GD_ZS— auf extrem niedrigem Niveau (Verfassung schreibt Neutralität vor), seit Kriegsbeginn aber knapp verdoppelt. Moldau hat keine NATO-Beitrittsperspektive und eine schwache Armee; seine einzige reale Schutzhoffnung ist die EU-Integration + Rumänien im Rücken, nicht eigene Abschreckung.
3. Interessen & Ziele
EU-Beitritt vor 2030 als oberstes Überlebensziel — alles andere ist diesem untergeordnet. Daraus abgeleitet: die Ukraine im Beitrittsrennen überholen (solange Ungarn Kyjiw blockiert, ist Moldaus eigene Tür offener — Entkopplung nutzen); russische Einmischung neutralisieren (Schor-Netz zerschlagen, Gagausien einhegen, Diaspora mobilisieren); Transnistrien-Frage einfrieren statt lösen (eine erzwungene „Lösung” zu Moskaus Bedingungen wäre gefährlicher als der Status quo — Ziel: friedliche Reintegration nach dem EU-Beitritt, ohne russische Truppen); Energie endgültig von Moskau lösen (Rumänien-Anbindung, EU-Netz); die hauchdünne Mehrheit halten, bis der Beitritt unumkehrbar ist. Die Rumänien-Union ist eine Rückfall-Option (schneller EU-Zugang über Bukarest), wird aber offiziell nicht verfolgt, weil sie im Inland keine Mehrheit hat und Russland einen Vorwand zur Eskalation gäbe.
4. Rote Linien / Tabus
- Anerkennung Transnistriens / Abzug-Erpressung: Moldau akzeptiert keine Föderalisierung zu russischen Bedingungen (das „Kosak-Memorandum” 2003 wurde abgelehnt — bleibt das prägende Trauma). Russische Truppen auf moldauischem Boden gelten als illegal.
- Abkehr vom EU-Kurs: für die Regierung ausgeschlossen — er steht seit 2024 in der Verfassung.
- Offener Bruch mit der Neutralität: ein NATO-Beitritt ist verfassungsrechtlich und politisch tabu (würde Transnistrien/Russland-Eskalation provozieren) — Moldau setzt stattdessen auf EU-Sicherheit + Rumänien.
- Gefallene/verschiebende Tabus (Signal): (a) Die „moldauische Sprache” als Staatsdoktrin ist gefallen (2023 offiziell Rumänisch) — ein Bruch mit dem sowjetischen Identitätskern. (b) Die jahrzehntelange Energie-Abhängigkeit von Gazprom wurde 2025 abrupt beendet — das Tempo dieser Loslösung ist selbst das Signal, wie ernst die Sicherheits-Logik genommen wird. (c) Die harte Justiz gegen pro-russische Akteure (Guțul-Haft, Schor-Partei-Verbot) bricht mit der früheren Zurückhaltung — von der Opposition als „Repression”, von der Regierung als „Wehrhaftigkeit” gerahmt (beide Lesarten offenhalten).
5. Schlüsselakteure (gleichgewichtig)
- Regierung / pro-EU-Lager: Maia Sandu (Präsidentin, PAS, das Gesicht des Projekts); Premier Alexandru Munteanu (seit 11/2025); Parlamentspräsident Igor Grosu; Ex-Premier Dorin Recean (jetzt außerhalb). PAS hält die absolute Mehrheit, ist aber eine knappe Mehrheits-Partei in einem gespaltenen Land, getragen v.a. von Stadt, Jugend und Diaspora.
- Pro-russische Opposition: Igor Dodon (Ex-Präsident, Patriotischer Block, 24 % — die stärkste Oppositionskraft); Alexandr Stoianoglo (Sandus Stichwahl-Gegner 2024); Ilan Schor (geflohener Oligarch in Russland, Stimmenkauf-Netz, Partei verboten); Evghenia Guțul (Gagausien-Bașkan, 7 J. Haft). Gewicht: real und mobilisierungsfähig, aber durch Justiz und Wahlniederlagen geschwächt — und auf russisches Geld angewiesen.
- Territoriale Sonderfälle: Transnistrien (Tiraspol, De-facto-Regime unter Wadim Krasnoselski, russische Truppen/Cobasna) und Gagausien (autonome Region, prorussisch, turksprachig — Türkei-Anknüpfungspunkt). Beide sind Moskaus Hebel im Inneren.
- Unionisten (umkämpfte Mitte/Rand): Parteien wie „Demokratie zu Hause” (5,6 %) wollen die Vereinigung mit Rumänien — Minderheit, aber wachsend (Umfragen: ~44 % im Inland, ~61 % Diaspora dafür). →
Experte_Rumänien.md. - Außen: Rumänien (Schutzpatron, Energie-Lebensader, Unions-Option, EU-Anwalt); EU/von der Leyen/Costa (Beitritts-Tür); Ukraine (Schicksalsgemeinschaft, Cobasna-Nachbar); Russland (Transnistrien, Einmischung, Energie-Erpressung); USA (Energie-Förderung, unter Trump aber unsicherer Faktor); Türkei (Gagausen-Bezug). → jeweilige Experten.
6. Quellen-Hygiene
- Regierungsquellen (Moldpres, energie.gov.md, gov.md, Präsidialamt) = offizielles Narrativ, kein Beleg — die Regierung rahmt jede Wahl als „Russland gegen Europa” und hat ein Interesse, die Einmischung groß und den eigenen Sieg als Volkswillen darzustellen. Plausibel, aber gegenlesen.
- Pro-russische / Schor-nahe Kanäle + Moskauer Staatsmedien (TASS, Moscow Times als Exil-kritisch trennen) = Gegen-Narrativ: stellen die Justiz gegen Dodon/Guțul/Schor als „politische Verfolgung” und Repression dar. Als Signal lesen, nicht als Beleg. Beide Pole gegenlesen.
- Verlässlicher: OSW/Carnegie/Atlantic Council/Wilson Center/IFES (Analyse, Wahl-Forensik), ODIHR/OSZE (Wahlbeobachtung), Weltbank/IWF/Nationalbank (Wirtschaft, Stufe 1), Balkan Insight/RFE-RL (regionale Recherche). Rumänische und ukrainische Medien sind nah dran, aber pro-Chișinău-tendenziell.
- Datenlücke Transnistrien: Zahlen aus der Enklave (Wirtschaft, Truppenstärke, Cobasna-Zustand) sind schwer verifizierbar — das De-facto-Regime ist intransparent, vieles ist Schätzung. „300 Mio. € russisches Einmischungs-Budget” ist breit berichtet, aber als exakte Zahl nicht hart belegt — als Größenordnung behandeln.
7. Offene Fragen / Wissenslücken
- Hält die pro-EU-Mehrheit bis zum Beitritt? (offen — der zentrale Punkt): PAS gewann 2024/25 nur knapp und nur dank Diaspora. Offen: Was, wenn die Energiepreise/Inflation (2026 evtl. ~8 %) die Stimmung kippen, oder Russland die nächste Einmischungswelle finanziert? Der Beitritt muss „unumkehrbar” werden, bevor das innenpolitische Fenster schließt — schafft das die EU rechtzeitig (Cluster-Tempo)?
- Überholt Moldau die Ukraine? (teilbeantwortet → beobachten): Die Entkopplung (von der Leyen 6/2026) + Ungarns selektives Veto (Magyar blockiert Ukraine, nicht Moldau) öffnen Moldau die Tür weiter. Offen: Zieht die EU die Entkopplung wirklich durch (politisch heikel ggü. Kyjiw), und bis wann könnte Moldau realistisch Mitglied sein? Kein Zieljahr offiziell genannt.
- Transnistrien — Zünder oder Dauer-Einfrierung? (offen): Solange russische Truppen + Cobasna (2 km von der Ukraine) sitzen, ist die Enklave ein latenter Eskalationspunkt — besonders je nach Verlauf des Ukraine-Kriegs. Offen: Nutzt Moskau die „Transnistrien-Karte” (Daily Kos/Insight-These) zur Destabilisierung, oder bleibt es eingefroren? Was passiert mit Cobasna bei einer ukrainischen Frontverschiebung? Schlecht einsehbar.
- Energie-Loslösung dauerhaft tragfähig? (teilbeantwortet → beobachten): Gazprom-Abkopplung vollzogen, ~70 % Strom aus Rumänien, Heizsaison gesichert — aber zu welchem Preis (Inflation), und wie robust ist die Rumänien-Anbindung bei einem Nachfrage-/Preisschock? Der neue Interconnector ist erst im Bau.
- Rumänien-Union — Schläfer-Option? (offen): Umfragen zeigen wachsende, aber noch nicht mehrheitsfähige Zustimmung (~44 % Inland / ~61 % Diaspora). Offen: Wird die Union zur ernsthaften Abkürzung in die EU, falls der eigene Beitritt stockt — oder bleibt sie Tabu (Sandu/Munteanu: „würden Ja stimmen, aber keine Mehrheit dafür”)? →
Experte_Rumänien.md. - Demografie — die stille Katastrophe (offen, schlecht lösbar): −40 % seit 1991, weiter schrumpfend. Selbst ein EU-Beitritt löst das nicht automatisch (Freizügigkeit könnte die Abwanderung sogar erst recht befeuern). Offen: Gibt es ein realistisches Szenario, in dem Moldau die Bevölkerung stabilisiert — oder entkernt sich der Staat, den die EU aufnimmt?
Wissensbasis (Experte), kein datierter Lagebericht. Keine Finanzberatung.
Sources: Euronews EU-Moldau Entkopplung 22.6.2026, Consilium EU-Ukraine/Moldau erstes Cluster eröffnet 15.6.2026, Wikipedia Accession of Moldova to the EU, Cotidianul Sandu EU-Gipfel, Moldpres EU-Moldau-Gipfel, OSW PAS Wahlsieg 9/2025, Wikipedia 2025 Moldovan parliamentary election, Atlantic Council Moldova election Russian interference, RFE-RL PAS Wahlsieg, gov.md Munteanu-Regierung vereidigt, Mezha Munteanu-Regierung, Wikipedia Alexandru Munteanu, CNN Guțul-Urteil 8/2025, Balkan Insight Guțul Russian funds, Moscow Times Kreml zu Guțul, IFES Moldova election interference, Euronews Vote-buying Referendum 2024, Wikipedia 2024 EU referendum Moldova, France24 Sandu Wiederwahl 11/2024, Balkan Insight Transnistrien Gas-Krise 1/2025, Wikipedia Cobasna ammunition depot, TASS Shoigu Cobasna, Pravda Moldova Ozerov Truppenabzug 4/2026, Wilson Center Russia Energy Cutoff Moldova, Wikipedia 2025 Moldovan energy crisis, energie.gov.md Heizsaison 2025-26, World Bank Moldova Economic Update 11/2025, Moldpres IWF 2,3 % 2026, OSW A disappearing country 1/2025, LSE Moldova emigration 11/2025, Romania Insider Unification poll 3/2026, LSE Moldova-Romania unification 5/2026; WB: WB_WDI_NY_GDP_PCAP_CD, WB_WDI_SP_POP_TOTL, WB_WDI_MS_MIL_XPND_GD_ZS